Die der ITF angeschlossene International Longshore and Warehouse Union (ILWU) hatte die globalen Getreidehandelsriesen beschuldigt, einen 80 Jahre alten Kollektivvertrag auszuhöhlen. Nach zweijährigen Verhandlungen mit insgesamt 70 Einzelterminen wurde nun endlich eine Einigung erzielt. Im Laufe des Konflikts waren Beschäftigte bei den Getreideexporteuren Grain Corporation in Columbia und United Grain Corporation in Vancouver ausgesperrt und Berichten zufolge durch nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeitskräfte ersetzt worden. Nach der Einigung kehrten die ILWU-Mitglieder am 27. August an ihre Arbeitsplätze zurück.
An der Abstimmung hatten Mitglieder der ILWU-Geschäftsstelle 8 in Portland (Oregon) und in Washington State sowie der örtlichen Geschäftsstellen 4 in Vancouver, 21 in Longview, 19 in Seattle und 23 in Tacoma teilgenommen. Dabei sprachen sich 88,4 Prozent für eine vorläufige Vereinbarung mit Louis Dreyfus Commodities, United Grain Corporation und Columbia Grain Inc. aus, die veränderte Arbeitsvorschriften und Lohnerhöhungen mit Gültigkeit bis zum 31. Mai 2018 vorsieht. Insgesamt beteiligten sich 1.475 Mitglieder an der Abstimmung, von denen 193 gegen die Vereinbarung stimmten.
Ray Familathe, der internationale Vizepräsident der ILWU und Vorsitzende der ITF-Sektion Häfen, erklärte in einer Stellungnahme: "Die Verhandlungen waren schwierig. Letzten Endes sind sich beide Parteien jedoch ein gutes Stück entgegengekommen und verständigten sich auf einen tragfähigen Kollektivvertrag, der den Erhalt der Arbeitsplätze der von der ILWU vertretenen Beschäftigten gewährleistet und die Stabilität des Getreideexports fördert."
Im Rahmen einer Solidaritätskampagne der ITF für die Hafenbeschäftigten hatten ITF-Gewerkschaften weltweit ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht. So hatten sich z. B. der Kapitän und die Besatzung des Schiffes Ramada Queen im Jahr 2013 im Hafen von Vancouver im Namen ihrer Gewerkschaft, der japanischen Seeleutegewerkschaft, mit den Hafenbeschäftigten solidarisch erklärt. Die Verträge der Japanischen Seeleutegewerkschaft enthalten eine von der ITF formulierte Solidaritätsklausel, wonach ihre Mitglieder die Streikpostenketten anderer Gewerkschaften respektieren.
ITF-Generalsekretär Steve Cotton gratulierte der ILWU zu ihrem Erfolg, von dem seiner Meinung nach die klare Warnung an andere multinationale Unternehmen ausgehe, dass die Gewerkschaftsbewegung nicht tatenlos zusehen werde, wenn Profite über die Rechte der Beschäftigten gestellt werden.
Nach erfolgreicher Einigung mit Getreideexporteuren kehren US-amerikanische Hafenbeschäftigte an ihre Arbeitsplätze zurück
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